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31. Januar 2012 - Bielefeld
Dr. Wolff weiterhin auf der Überholspur
Kosmetik-Bereich wächst auch im Ausland schnell / Partnerschaftliches Online-Geschäftsmodell bei Alcina

Die Dr. Wolff-Gruppe hat auch 2011 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. Der Bielefelder Pharma- und Kosmetikhersteller steigert 2011 den Umsatz von 181 Mio. Euro auf 194 Mio. Euro und verzeichnet ein Plus von 7 Prozent. 2010 lag das Wachstum bei 10 Prozent.

Der seit Jahren anhaltende positive Trend bestätigt die Strategie des Familienunternehmens, die auf sinnvolle Innovationen, auf Markenpolitik und Internationalisierung setzt. „Die innovativen Problemlöser haben auch 2011 maßgeblich zur Entwicklung beigetragen“, kommentiert der geschäftsführende Gesellschafter Eduard Dörrenberg den Grund für die positive Entwicklung: „Erfreulich ist zudem, dass wir in Auslandsmärkten vorankommen und im Export-Geschäft schneller werden.“

Wachstumstreiber war auch 2011 insbesondere das Oral-Care-Segment. Während der Gesamtmarkt nur um etwas mehr als ein Prozent wuchs, wies Biorepair einen Zuwachs von 28 Prozent auf. Auch die Alpecin-Produkte verkauften sich besser denn je. Die Marke legte 12 Prozent zu, gefolgt von Plantur39 mit einem Plus von 5 Prozent - eine eindrucksvolle Bilanz für beide Produktlinien, denn der gesamte Haarpflegemarkt blieb um 0,4 Prozent (Quelle IKW) rückläufig.

Positiv verläuft auch das Auslandsgeschäft: Der Export legte 22 Prozent zu und steigerte den Umsatz von 20 Mio. auf 24 Mio. Euro.
Erfreulich war vor allem die Entwicklung in England, wo Alpecin wichtige bürokratische Hürden genommen hat.
Die Internationalisierung bleibt auch in den nächsten Jahren im Fokus, die Aktivitäten für die starken Marken gegen hormonell bedingten Haarausfall werden ausgeweitet. Interessant bleibt vor allem England, wo nach Alpecin 2012 auch Plantur39 eingeführt wird.
Weitere neue Märkte wie Kanada, Australien und Indien sollen dazu kommen. Dörrenberg: “Die finanzielle und strategische Unabhängigkeit unseres Familienunternehmens erlaubt es uns, unsere Konzepte im Ausland nachhaltig umzusetzen und einen langen Atem zu haben.“

„Mit Wachstum und Rendite sind wir zufrieden“, resümiert Dörrenberg die Entwicklung. „Aber wir brauchen beides für die Investitionen in Forschung und die Expansion im Ausland.“ Zu den Forschungsprojekten zählen die „Antientzündlichen Peptide“, die im vergangenen Jahr erfolgreich bei Patienten mit Colitis ulcerosa eine weitere Etappe erreichten und nun in Phase II A geprüft werden.

Auch das neue Online-Geschäft bei Alcina, ein Modell, das den Friseur–Partner einbindet, ist ein wichtiges Zukunftsprojekt. Dörrenberg: „Auch hier investieren wir kräftig und werden Zeit benötigen, bis wir schwarze Zahlen schreiben.“

Mit Blick auf die noch gute wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und das wachsende Auslandsgeschäft ist Dörrenberg zuversichtlich und peilt für 2012 ein Wachstum von mindestens 5 Prozent an.

Die Mitarbeiterzahl blieb bei fast 500 konstant. Wegen der guten Entwicklung erhielt die gesamte Belegschaft auch 2011 – über die tarifvertraglichen Regelungen hinaus - Prämien im Wert von 800 Euro pro Mitarbeiter.
Die Wolff-Gruppe verfügt über eine Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent und hat keine Bankverbindlichkeiten.

Der Kosmetik-Bereich pusht den Umsatz

Der kosmetische Geschäftszweig, das Unternehmen Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG, übertraf alle Erwartungen. Besonders erfreulich, dass alle Geschäftsfelder, nämlich die Marken Biorepair, Alpecin, Plantur und Alcina deutlich zulegen konnten.

Mit einem Plus von 10 Prozent schaffte dieser Bereich einen Umsatz von 133 Mio. Euro und behielt so die seit Jahren anhaltende Wachstumsgeschwindigkeit bei.

Hauptumsatzfaktor und Wachstumsmotor blieb 2011 weiterhin Alpecin. Der Spot mit dem (echten) Dr. Klenk, dem Entdecker von Coffein als Wirkstoff gegen hormonell bedingten Haarausfall, und der Slogan „ Doping für die Haare“ beflügeln weiterhin den Umsatz. In England überzeugte die Aussage „German Engineering For Your Hair“. Die Marke erzielte 2011 einen Umsatz von 52 Mio. Euro. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent. Erfolgsträger waren insbesondere das Coffein Shampoo und das Doppel-Effekt-Shampoo. Erfolgreich startete auch der Newcomer der Linie, das erste Alpecin Tuning Shampoo - so gut, dass das Unternehmen trotz großzügiger Planung kurz nach der Einführung „out of stock“ melden musste. Das innovative Shampoo, das die natürliche Haarfarbe kräftigt und die Werbeaussage „Männer färben nicht, Männer tunen“ traf den Nerv der männlichen Wünsche.

Plantur – jetzt auch für junge Frauen
Auch Plantur39, die Erfolgsmarke der letzten Jahre schlechthin, legte 2011 weiter zu. Die Entwicklung ist angesichts der allgemeinen Marktentwicklung sehr positiv. Der Haarpflegemarkt in Deutschland schrieb 2011 laut IKW ein Minus von 0,4 Prozent. Die acht Produkte der Linie gegen hormonell bedingten Haarausfall kletterten mit einem Zuwachs von 5 Prozent auf einen Umsatz von 29 Mio. Euro. Mit Aufwind für Alpecin und Plantur rechnet man 2012 aus dem Export und durch die neue Linie Plantur21. „Die große Nachfrage junger Frauen, die Stress oder Ernährungs-Defizite haben, löste die Forschung bei Dr. Wolff aus. „Wir haben vor einigen Wochen das Shampoo Plantur21 eingeführt und werden damit viele junge Frauen ansprechen“, so Dörrenberg.

Biorepair wächst schneller als die Branche/
Markt bleibt hart umkämpft

Auch die Oral-Care Produkte unter der Marke Biorepair entwickeln sich stetig. Die Zahnpasten, die die Zahnoberfläche gegen Abnutzung mit künstlichem Zahnschmelz schützen, festigen sich im Markt und erzielten einen Umsatz von 15 Mio. Euro und damit ein Plus von 28 Prozent – eine gute Entwicklung in einem langsam wachsenden Markt (1,4 Prozent laut IKW). Das Unternehmen sieht beim dentalen Standbein noch viel Potential. Die längerfristigen Folgen des Zahnschmelzverlustes werden durch Aufklärung und die Leistungen von Biorepair mit 20 Prozent künstlichem Zahnschmelz bekannter.
Nach der Fachpressekonferenz im April schrieb die renommierte ZM: “Mit dieser Veranstaltung wurde eine Diskussion angestoßen, die die zahnmedizinische Zukunft bestimmen könnte.“

Alcina mit deutlichem Plus/
Neues Online-Geschäftsmodell für den Partner

Die Marke Alcina reagiert auf die veränderten Strukturen im Friseurhandwerk und präsentierte im November ein neuartiges partnerschaftliches Online-Konzept für Friseure. Das besondere dabei: Ob Online oder im Salon gekauft - die Provision bleibt beim Friseur. „myService“ heißt das innovative System, das den Vertriebsweg über den Partner auf zeitgemäße Weise stärkt und bei den Beteiligten auf positive Resonanz stößt. Das Angebot ist gut gestartet, wie die ersten Erfahrungen seit November zeigen.
Alcina hofft mit ihrer Initiative das Verkaufsgeschäft im Salon voranzutreiben - ohne großen finanziellen Einsatz von Saloninhabern.
Die Umsatzentwicklung der Marke Alcina, mit Haar - und Hautpflegeprodukten, ist gut. Sie erzielte mit einem Plus von 7 Prozent Wachstum einen Umsatz von 36 Mio. Euro. Insbesondere im Dienstleistungsbereich für Haarpflege- und Haarfarbe wächst die Marke zweistellig und gewinnt Marktanteile.
Das Dienstleistungsprogramm rund um die Haare wuchs um 13 Prozent, die dekorative Kosmetik setzte 10 Prozent mehr um, die pflegende Kosmetik hielt den Umsatz des vorigen Jahres. Auch 2012 wird Alcina die Haarfarben und Tönungen pushen und immer mehr Friseure mit Qualität, Färbetechniken und Beratungskonzepten überzeugen.

Pharmabereich konstant und bleibt auf Kurs

Auch das zweite, zur Gruppe gehörende Unternehmen, die pharmazeutische Firma Dr. August Wolff Arzneimittel GmbH & Co KG, blieb konstant. In einem Markt, der mehr und mehr unter gesetzgeberischen Eingriffen, Umstrukturierungen und vor allem Sparzielen (Rückgang vom Apothekenmarkt bis Ende November etwa ein Prozent laut IMS Health) geprägt wird, konnte Dr. Wolff die Marktposition befestigen. Nach einem sehr starken Jahr 2010 mit 14 Prozent Wachstum blieb dieses Unternehmen mit 61 Mio. Euro Umsatz konstant.

Gynäkologie gewinnt weiter
Der gynäkologische Bereich hat ein Umsatzplus von 3 Prozent erzielt. Die Produkte für den Intimbereich erreichten die Umsatzgrenze von 17 Mio. Euro. Die Konzentration auf freiverkäufliche gynäkologische Spezial-Produkte unter der Marke Vagisan trägt weiterhin Früchte: der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 8 Mio Euro. Zudem hat die hormonfreie Vagisan FeuchtCreme ihre Führungsposition erweitern können. Hier sieht das Unternehmen noch Wachstumschancen, denn langsam bröckeln die Vorbehalte, über diese Themen zu sprechen. Außerdem wird die Studie bekannter, die belegt, dass Vagisan FeuchtCreme die Nebenwirkungen einer meist fünf Jahre dauernden Antihormontherapie bei Frauen mit Brustkrebs zu bekämpfen hilft.

Auch für das neue innovative Produkt, die Vagisan Myko Kombi gegen Pilzinfektionen, sieht das Unternehmen gute Chancen: Die Ein-Tages-Therapie löst das unangenehme Problem bereits durch eine Einmalbehandlung.

Linola fehlte der Rückenwind
Der dermatologische Bereich konnte das schnelle Wachstumstempo des vorigen Jahres (Plus 19 Prozent) nicht halten. Die Dermatologie blieb mit 41 Mio. Euro Umsatz auf Vorjahresniveau. Die medizinischen Produkte der Marke Linola gegen sehr trockene Haut verzeichneten eine kleine Abschwächung und setzen mit 31 Mio. Euro 3 Prozent weniger um. Diese Entwicklung hing weitgehend mit dem „falschen“ Wetter zusammen, dem fehlenden Winter wie auch dem „verkorksten“ Sommer – den saisonalen Linola-Produkten fehlte der Rückenwind.
Die Linie hielt sich jedoch gut im Verhältnis zu den Mitbewerbern. Linola verteidigte mit mehr als 3,5 Mio. verkauften Packungen den zweiten Platz im Markt. In den Teilmärkten konnte sie die Pole-Position für Linola Hautmilch und Linola Gesicht ebenfalls halten. Ebenso herausragend ist die Stellung von Linola Fett, das seit Jahren das führende Dermatikum bei Kinderärzten ist.
Einen weiteren Push erwartet man für Linola durch den Export, u.a. die Einführung in der Türkei und Brasilien. Weiteres Wachstum steckt auch in Linola Handcreme, die einen breiteren Verwenderkreis anspricht als die traditionellen Linola–Produkte.

Mehr Forschungsprojekte denn je
Gerade für Mittelständler ist Forschung der Schlüssel für die Zukunft. Denn Innovationen bleiben ausschlaggebend. Dr. Wolff bringt ihre Kooperation mit deutschen und europäischen Universitäten sowie externen Dienstleistern voran. Die Gruppe verstärkt sogar ihre Bemühungen. Folgerichtig steigt der Forschungsanteil: 2011 flossen wieder mehr als 10 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung.

Die seit 2005 initiierten Forschungsprojekte zur Entwicklung neuer Arzneimittelwirkstoffe machen erfreuliche Fortschritte – auch wenn die bürokratischen Hürden auf nationaler und europäischer Ebene weiter erhöht werden. Aufgrund genauer Planung und wissenschaftlicher Beratungsgespräche konnten diese jedoch genommen werden. Das antientzündliche Peptid wurde 2011 erfolgreich Patienten mit Colitis ulcerosa verabreicht, um Sicherheit und Pharmakokinetik zu untersuchen. Die Rekrutierung für die europäische Multicenter-Studie ist angelaufen. Erste Ergebnisse werden 2013 erwartet.

Die von Universitäten einlizensierten patentierten Wirkstoffe mit anti-entzündlicher und Juckreiz mildernder Wirkung konnten auf ihre physikochemischen Eigenschaften optimiert werden. Für beide Projekte beginnen noch in diesem Jahr die pharmakologisch-toxikologischen Untersuchungen. Geplant ist die erste klinische Anwendung in topischer Formulierung für 2013. Nach der erfolgreichen Identifizierung neuer Wirkstoffe zur Prophylaxe und Therapie der bakteriellen Vaginose sind diese Substanzen als Cremolum, einer nur von Dr. Wolff genutzten, einzigartigen Technologie, formuliert worden. Die Vorbereitungen für die erste klinische Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit sind ebenfalls angelaufen.